Letzte Woche wies ich darauf hin, dass Googles Chatbot Gemini jetzt alles mitliest und nicht deaktiviert werden kann.
Ich wurde daraufhin mehrfach gefragt, on das denn legal sei?
Klare Antwort: Ja, aber…
Meines Wissens fragt Gemini Nutzer um Erlaubnis, bevor er auf private Chats zugreift. Wenn der Nutzer dem zustimmt, kann sich Google erstmal auf diese Erklärung berufen.
Was mir auch berichtet wurde: Wenn der Nutzer ablehnt, dann gibt sich der Chatbot damit nicht zufrieden sondern fragt in regelmäßigen Abständen erneut.
Die Wirksamkeit der Einwilligung erscheint aus zwei Gründen zweifelhaft:
– einen Nutzer so lange mit Zustimmungsdialogen zu bombadieren, bis dieser entnervt auf „OK“ klickt, ist ein Dark Pattern. Der Digital Services Act der EU verbietet diese Art von manipulativem Design
– um eine Entscheidung zu treffen, muss ein Nutzer die Folgen dieser Entscheidung absehen können. Ich habe Zweifel, ob sich die Mehrzahl der Nutzer bewusst ist, welche Folgen diese Entscheidung für ihre Privatsphäre hat. Insofern können die meisten Nutzer für diesen Fall überhaupt keine informierte Entscheidung treffen.
Also: Es ist kompliziert.
Allerdings war es auch schon vor Gemini so, dass Google über das hauseigene Betriebssystem Google-Android sehr viele Daten über die Nutzer von Smartphones sammelt. Wer das verhindern möchte, der kommt über kurz oder lang nicht daran vorbei, zu einem alternativen Betriebssystem wie Graphene-OS zu wechseln.