Aktuell wird in vielen Ländern über ein Social Media Verbot für Kinder und Jugendliche diskutiert. Das ist eine sehr dumme Idee. Die Begründung dafür hat bereits letztes Jahr Sebastian Meineck für netzpolitik.org geliefert.
In einem Video auf YouTube vergleicht Taylor Lorenz die Sorgen der Erwachsenen mit anderen „Social Panics“ (Nein, Computerspiele machen dein Kind NICHT zu einem Amokläufer).
Das bedeutet aber nicht, dass die Nutzung von sogenannten „sozialen Medien“ unproblematisch wäre. Cora Dee gibt in einem Beitrag auf Medium einen Überblick über eine ganze Reihe von Studien zur Auswirkung von Medienkonsum auf das Gehirn.
So what exactly happens when we marinate our minds in bite-sized, algorithmically-curated content day after day? According to emerging research, the prefrontal cortex starts to feel the strain. This is our brain’s control centre for executive function, impulse restraint, and focused attention.
The term “TikTok brain” has emerged to describe this pattern: impulsivity, preference for novelty, low tolerance for delayed gratification, and difficulty maintaining attention.
Also sollten wir Kindern die Nutzung von TikTok doch verbieten? Falsche Schlussfolgerung. Besser: Warum sorgen wir nicht dafür, dass TikTok ein besserer Ort für alle wird? Könnte man da nicht ein Gesetz erlassen?
Oh, moment. So ein Gesetz gibt es ja bereits. Seit 2022 soll das Gesetz über digitale Dienst dafür sorgen, dass das Internet zumindest für EU-Bürger keine totale Shitshow ist.
Sehr große Online-Plattformen müssen strengere Verpflichtungen erfüllen, die in einem angemessenen Verhältnis zu den erheblichen gesellschaftlichen Risiken stehen, die von ihnen ausgehen, wenn sie illegale und „schädliche“ Inhalte (harmful content), einschließlich Desinformationen, verbreiten.
Fazit: Wir brauchen keine zusätzlichen Gesetze, welche die digitale Teilhabe bestimmter Bevölkerungsgruppen einschränken. Es mangelt an der Durchsetzung der bestehenden Regeln. Fangt doch bitte damit erstmal an.