Ich verweise immer wieder gerne auf Sturgeon’s Gesetz:
„90 Prozent von allem ist Mist.“
Die Internetvariante lautet:
„99 Prozent von allem ist Mist.“
Und natürlich die KI-Variante der Internetvariante:
„99,99 Prozent von allem ist Mist.“
Ganz klar: Der Untergang der menschlichen Zivilisation durch KI-Vermüllung steht unmittelbar bevor.
Ist das so?
Anshumani Ruddra stellt in einem Beitrag historische Momente zusammen, als das Schlimmste zu befürchten war.
400 v. Chr.: Sokrates stellt klar, dass das geschriebene Wort das Denkvermögen zerstören würde und nur einen „Anschein von Weisheit“ bedeute.
16. Jhdt.: Der Biologe Conrad Gessner beklagt die „verwirrende und schädliche Verbreitung von Büchern“ weil das viel zu viele Informationen für den menschlichen Geist seien.
19. Jhdt: Der Dichter Charles Baudelaire warnt vor der Fotografie, denn diese sei ein seelenloser, mechanischer Prozess im Gegensatz zu echter Kunst.
Ich füge gerne noch hinzu:
In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Tausende von Jugendlichen durch Rockmusik in die Arme von Satanisten getrieben.
Und natürlich beklagen wir heute den Verlust von unzähligen Menschenleben durch Massenmorde von Jugendlichen, die zu viele Egoshooter gespielt haben.
Worauf ich hinaus will: Bullshit hat es schon immer gegeben und es wird ihn immer geben. Die Menge des Bullshits ist nicht der entscheidende Faktor. Vom lauten Geschrei der moralisch Empörten darf man sich nicht ablenken lassen.
Wichtig ist die Qualität des eigenen Bullshitdetektors und die Kuratierung einer soliden „media diet“. Und wer das hier liest, hat schon damit angefangen.