Ich bin ein alter Mann und in dieser Rolle erlaube ich mir die Feststellung, dass früher alles besser war. Mit dieser Ansicht scheine ich nicht allein zu sein, Heather Timmons schreibt für The Guardian eine Artikelserie über die Entwicklung der Beziehung zwischen Unternehmen und deren Kunden.
Ich habe in letzter Zeit auch immer wieder über das Zeitalter der Extraktion geschrieben, hier noch ein anschauliches Beispiel:
In late 2023, Toyota Motor Credit, the finance arm of the carmaker, was ordered to pay $60m after dealers sold thousands of customers unwanted insurance products with their loans, and the lender made it nearly impossible for car buyers to remove them.
A complaint hotline was staffed by employees instructed not to cancel the products until a consumer asked three times, and then to tell callers they needed to write a letter. The lender „directed customers to dead-end cancellation hotline, withheld refunds, and knowingly tarnished credit reports with false data,“ the order by the Consumer Finance Protection Bureau (CFPB) found.
Um eine Versicherung wieder loszuwerden, welche die Kundin von vornherein nicht haben wollte, musste sie erst dreimal die Kündigung verlangen und danach einen Brief schreiben. Das ist wie bei Beetlejuice, aber der erscheint einfach nach der dritten Nennung seines Namens, ein zusätzlicher Schriftverkehr ist nicht notwendig.
Konsumenten haben Rechte. Die goldene Zeit der Verbraucherrechte war laut der Autorin in den Siebzigerjahren. Seitdem haben die Unternehmen viel davon weglobbyiert, Unternehmen gehen mehr und mehr dazu über, ihre Kunden auszunehmen.
Der Aktivist Cory Doctorow beschreibt die Situation wie folgt:
This is how companies that make products we love suddenly decide to wreck those products: when the only consequences for shitty products is angry customers with nowhere to go and no one to vent their rage upon except workers who have no labor rights and can’t afford to quit, why not do a mafia bust-out for every business?
Er betont, dass die Lösung nicht in einem veränderten Verbraucherverhalten liegen kann. Das Problem einer sich rasant verschlechternden Kundenerfahrung muss politisch angegangen werden.
So what consumer advice do I have for people who are angry about this? I don’t have any consumer advice, I’m afraid. You can’t shop your way out of a monopoly. Once again, shopping is not politics.
Einen Blick auf die Zustände bei uns in Deutschland hat Gabriel Yoran in dem Vortrag „Die Entkrempelung der Welt: Warum die Dinge des Alltags schlechter werden“ auf der re:publica 2026 gegeben.
Ich bin vielleicht ein alter Mann, der die Wolken anschreit. Aber es sieht so aus, als würden gerade sehr viele Leute mit mir schreien.