KUBlog
Gigantische Verluste
Vor kurzem kündigte der Journalist Ed Zitron die Veröffentlichung von Informationen an, die die KI-Blase zum Platzen bringen könnten. Jetzt nennt er Zahlen aus internen Dokumenten.
Für das Geschäftsjahr 2025 machte OpenAI, die Firma hinter ChatGPT, trotz Einnahmen von mehr als 13 Millarden Dollar über 38 Millarden Dollar Verlust. Das ist um einiges mehr als bisher bekannt war.
Wird das die KI-Blase zum Platzen bringen? In der normalen Welt auf jeden Fall, niemand würde jemals auch nur einen Cent in so eine Geldvernichtungsmaschine stecken.
Leider leben wir seit einiger Zeit nicht mehr in der normalen Welt, sondern in einer bizarren Paralleldimension. Dass AI kein funktionierendes Geschäftsmodell ist wissen wir nicht erst seit dieser Woche.
AJ Dellinger macht in einem Beitrag für gizmodo den Vergleich mit dem erfolgreichen Börsengang von SpaceX.
SpaceX isn’t profitable and is banking on putting one million people on Mars as a potential revenue generator, and yet the market is pumping that stock up. We’re currently in a market where theoretical profit is worth more than actual profit. In that world, real losses probably don’t matter.
Wer sein Geld in KI investiert, der wettet auf das höchst unwahrscheinliche Szenario, dass eine dieser Firmen eines Tages entweder doch noch ein funktionierendes Geschäftsmodell (Einnahmen > Ausgaben) entdeckt oder sich wie durch ein Wunder die allgemeine künstliche Intelligenz meldet.
Ich werde von solchen Investitionen bis auf weiteres absehen.
Realität ist…
Der Author Philip K. Dick bezeichnete die Frage „Was ist Realität“ als sein wichtigstes Thema.
My major preoccupation is the question, ‚What is reality?‘
Er formulierte auch eine valide, wenn auch vielleicht nicht ganz umfängliche Definition:
Reality is that which, when you stop believing in it, doesn’t go away.
[Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört, daran zu glauben.]
Manche Leute leben aber lieber in einer Parallelwelt, die mit der Realität wenig zu tun hat. Joan Westenberg beschreibt in einem Beitrag die Motivation für diese Art zu leben:
A loose, uncertain, contradictory person joins a movement and is made whole, with a villain to blame for their troubles, and a future to march toward, and a tribe to march with.
[Eine verlorene, unsichere, widersprüchliche Person schließt sich einer Bewegung an und findet dadurch innere Stabilität, einen Gegner, den er für die eigenen Probleme verantwortlich machen kann, eine Zukunft, auf die sie zumarschieren kann und eine Gemeinschaft, mit der sie gemeinsam marschiert]
Man möchte denken: Schön für diese Leute, dass sie was gefunden haben, mit dem sie sich wohl fühlen. Aber der Abschied von der Realität löst nun mal keine Probleme. Ganz im Gegenteil: viele dieser Leute versuchen, die anderen beim Lösen der Probleme zu behindern. Weil es in ihrem verzerrten Weltbild nicht notwendig oder schädlich oder wasweißichnichtalles ist.
Aber hat ja auch keiner behauptet dass der Mensch ein rationales Wesen wäre. Irgendwie müssen wir auch mit diesen Vollidioten zurecht kommen.
Wichtiger Sieg gegen Google
Die großen Plattformen lehnen die Verantwortung für die Inhalte (mit denen sie Geld verdienen) kategorisch ab.
Google zeigt in den Ergebnissen der hauseigenen Suchmaschine seit kurzem sogenannte AI Overviews an. Natürlich steht da viel falsches drin. Aber auch hier weist Google die Verantwortung weit von sich. Die Leute wüssten ja schließlich, dass KI ständig Quatsch erzählt.
Das Landgericht München sieht das anders:
Die Verfügungsbeklagte haftet vorliegend nach den Grundsätzen einer unmittelbaren Störerin gem. §§ 1004, 823 Abs. 1 BGB i.V.m. Art. 2 Abs. 1, Art. 19 Abs. 3 GG, weil es sich bei der streitgegenständlichen Anzeige der „Ergebnisse mit KI “ nicht um eine bloße Anzeige von Suchergebnissen, sondern um einen eigenen, ihr zurechenbaren Inhalt handelt.
Ashley Belanger betont in einem Beitrag für arstechnica die weitreichenden Folgen, die diese Rechtsauffassung für ALLE KI-Firmen haben könnte:
Should other courts agree that tech firms are liable for any defamatory outputs emerging from this experimental period of AI search chaos, the biggest AI leaders could find themselves soon buried in lawsuits.
Ich halte das Popcorn bereit.
Die Dummen so richtig ausnehmen
Man kann über Donald Trump ja viel schlechtes sagen, aber beim Thema Betrug hat er echt was drauf. Ich habe ja erst kürzlich darauf hingewiesen, dass wir im Zeitalter der Extraktion leben, und dass die Amerikaner sogar einen Crypto-Scammer zum Präsidenten gemacht haben. Jetzt liegen Zahlen vor.
Trump Family Reportedly Made About $2.3 Billion on Crypto While Investors Lost About $2.3 Billion on Trump-Related Crypto. It’s nice and symmetrical, and also sad.
Die Trump-Familie hat also über 2 Milliarden Doller plus gemacht, während Anleger über 2 Milliarden minus gemacht haben. Ob da ein Zusammenhang besteht?
Ohja!
Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Wer dem Trump freiwillig sein Geld gibt, der ist es halt los danach. Und wer Trump zum Präsidenten macht, der wird halt danach von vermummten Milizionären erschossen.
Aber hat ja auch keiner behauptet, dass der Mensch ein rationales Wesen ist. Der wählt die Faschisten, weil er die Migranten und die Transpersonen mehr hasst, als dass er sein Geld oder seine Familie liebt. Und dann kommt sowas halt von sowas.
ChatGPT ist tot
Gestern habe ich vor der KI als der größten Geldvernichtungsmaschine aller Zeiten gewarnt. Heute geben auch die Verantwortlichen von OpenAI zu, dass ihr „Geschäftsmodell“ nicht funktioniert. In einem Beitrag für arstechnica zitiert Cristina Criddle einen „senior OpenAI employee“:
“Chat is dead,” said one senior OpenAI employee.
Soll heißen: ChatGPT, das bekannteste Produkt von OpenAI, das seit seinem Start etwa eine Milliarde Nutzer verzeichnet, ist am Ende. Nur die wenigsten Nutzer sind bereit für dieses Produkt zu bezahlen, das auf der anderen Seite Unmengen Energie verbraucht und dadurch mit dazu beiträgt, unseren Planeten zu zerstören.
Cory Doctorow beschreibt dieses Geschäftsmodell sehr anschaulich:
AI’s happiest customers cite cost-benefit calculations that depend on truly unimaginable subsidies from the AI companies, who are basically selling $100 bills for $5 apiece.
Ed Zitron, ein genauer Beobachter der KI-Industrie kündigt an, dass er innerhalb der nächsten zwei Wochen Informationen veröffentlichen wird, die zum Platzen der KI-Blase führen werden.
One of my sources has come forward and brought me a story that will possibly burst the AI bubble.
Also jetzt bin ich aber wirklich mal gespannt. Ich halte euch auf dem Laufenden und empfehle, in nächster Zeit kein Geld in KI-Firmen zu investieren.
Die ganz große Abzocke
Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass wir im Zeitalter der Extraktion leben. Es ist viel lukrativer, Menschen durch Betrug um ihr Erspartes zu bringen, als auf ehrliche Art und Weise Geld zu verdienen.
Der Höhepunkt dieser Abzocke steht bevor: Die KI-Dienstleister OpenAI und Anthropic werden in Kürze an die Börse gehen.
Hoppla, sind das nicht die neusten Stars der BigTech Szene? Führen uns diese beiden Firmen nicht in eine goldene Zukunft durch die Bereitstellung quasi-allmächtiger, künstlicher Intelligenz?
Nein.
Das ist alles eine riesengroße Betrugsmasche. Statt Geld zu verdienen sind beide Firmen riesige Geldvernichtungsmaschinen. Es gibt nicht mal irgendein ein tragfähiges KI-Geschäftsmodell. Cory Doctorow schreibt in einem Beitrag:
AI is – by far – the money-losingest venture in human history, and it’s practically impossible to overstate just how bad the AI business is.
Bis jetzt haben beide Firmen nur das Geld der Investoren verbrannt. Durch den Börsengang wird sich zusätzlich das Geld der Inverstoren in Rauch auflösen. Wahlweise als warme Luft und enorme Mengen an CO2, das die Gasturbinen ausstoßen, die all die nutzlosen Rechenzentren am Laufen halten.
Um das nochmal klar zu stellen: KI wird nicht weggehen, KI wird für viele Anwendungsfälle ein nützliches Werkzeug sein. Aber die großen KI-Anbieter werden es niemals schaffen, die exorbitanten Investitionen auch nur ansatzweise wieder einzuspielen.