Kai-Uwe Makowski

KUBlog

Die Dummen so richtig ausnehmen

Man kann über Donald Trump ja viel schlechtes sagen, aber beim Thema Betrug hat er echt was drauf. Ich habe ja erst kürzlich darauf hingewiesen, dass wir im Zeitalter der Extraktion leben, und dass die Amerikaner sogar einen Crypto-Scammer zum Präsidenten gemacht haben. Jetzt liegen Zahlen vor.

Trump Family Reportedly Made About $2.3 Billion on Crypto While Investors Lost About $2.3 Billion on Trump-Related Crypto. It’s nice and symmetrical, and also sad.

Die Trump-Familie hat also über 2 Milliarden Doller plus gemacht, während Anleger über 2 Milliarden minus gemacht haben. Ob da ein Zusammenhang besteht?

Ohja!

Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Wer dem Trump freiwillig sein Geld gibt, der ist es halt los danach. Und wer Trump zum Präsidenten macht, der wird halt danach von vermummten Milizionären erschossen.

Aber hat ja auch keiner behauptet, dass der Mensch ein rationales Wesen ist. Der wählt die Faschisten, weil er die Migranten und die Transpersonen mehr hasst, als dass er sein Geld oder seine Familie liebt. Und dann kommt sowas halt von sowas.

ChatGPT ist tot

Gestern habe ich vor der KI als der größten Geldvernichtungsmaschine aller Zeiten gewarnt. Heute geben auch die Verantwortlichen von OpenAI zu, dass ihr „Geschäftsmodell“ nicht funktioniert. In einem Beitrag für arstechnica zitiert Cristina Criddle einen „senior OpenAI employee“:

“Chat is dead,” said one senior OpenAI employee.

Soll heißen: ChatGPT, das bekannteste Produkt von OpenAI, das seit seinem Start etwa eine Milliarde Nutzer verzeichnet, ist am Ende. Nur die wenigsten Nutzer sind bereit für dieses Produkt zu bezahlen, das auf der anderen Seite Unmengen Energie verbraucht und dadurch mit dazu beiträgt, unseren Planeten zu zerstören.

Cory Doctorow beschreibt dieses Geschäftsmodell sehr anschaulich:

AI’s happiest customers cite cost-benefit calculations that depend on truly unimaginable subsidies from the AI companies, who are basically selling $100 bills for $5 apiece.

Ed Zitron, ein genauer Beobachter der KI-Industrie kündigt an, dass er innerhalb der nächsten zwei Wochen Informationen veröffentlichen wird, die zum Platzen der KI-Blase führen werden.

One of my sources has come forward and brought me a story that will possibly burst the AI bubble.

Also jetzt bin ich aber wirklich mal gespannt. Ich halte euch auf dem Laufenden und empfehle, in nächster Zeit kein Geld in KI-Firmen zu investieren.

Die ganz große Abzocke

Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass wir im Zeitalter der Extraktion leben. Es ist viel lukrativer, Menschen durch Betrug um ihr Erspartes zu bringen, als auf ehrliche Art und Weise Geld zu verdienen.

Der Höhepunkt dieser Abzocke steht bevor: Die KI-Dienstleister OpenAI und Anthropic werden in Kürze an die Börse gehen.

Hoppla, sind das nicht die neusten Stars der BigTech Szene? Führen uns diese beiden Firmen nicht in eine goldene Zukunft durch die Bereitstellung quasi-allmächtiger, künstlicher Intelligenz?

Nein.

Das ist alles eine riesengroße Betrugsmasche. Statt Geld zu verdienen sind beide Firmen riesige Geldvernichtungsmaschinen. Es gibt nicht mal irgendein ein tragfähiges KI-Geschäftsmodell. Cory Doctorow schreibt in einem Beitrag:

AI is – by far – the money-losingest venture in human history, and it’s practically impossible to overstate just how bad the AI business is.

Bis jetzt haben beide Firmen nur das Geld der Investoren verbrannt. Durch den Börsengang wird sich zusätzlich das Geld der Inverstoren in Rauch auflösen. Wahlweise als warme Luft und enorme Mengen an CO2, das die Gasturbinen ausstoßen, die all die nutzlosen Rechenzentren am Laufen halten.

Um das nochmal klar zu stellen: KI wird nicht weggehen, KI wird für viele Anwendungsfälle ein nützliches Werkzeug sein. Aber die großen KI-Anbieter werden es niemals schaffen, die exorbitanten Investitionen auch nur ansatzweise wieder einzuspielen.

Ministerämter für Lobbyisten

Lobbyismus ist ein neutraler Begriff, der die Vertretung von Interessen bestimmter Gruppen beschreibt. Verbraucherschutzorganisationen und Umweltverbände betreiben genauso Lobbyismus wie Rüstungskonzerne und Arbeitgebervereinigungen.

Aus Sicht des Bürgers wird Lobbyismus dann zum Problem, wenn ein Ungleichgewicht herrscht. Um bei den Beispielen oben zu bleiben: Rüstungskonzernen stehen enorm viel mehr Ressourcen für Lobbyismus zur Verfügung als Verbraucherschutzorganisationen. Wenn sich Politiker 10 mal mit Rüstungslobbyisten im Vier-Sterne-Hotel treffen und nur 1 mal mit den Vertretern des Verbraucherschutzes in der Mehrzweckhalle im Gemeindezentrum, dann kann schon mal der Eindruck der Korruption entstehen.

Um diesen Eindruck nicht entstehen zu lassen, greifen Politiker und Lobbyisten gerne auf einen Trick zurück, den verdeckten Lobbyismus. Beim verdeckten Lobbyismus trifft man sich OHNE es an die große Glocke zu hängen oder es überhaupt bekannt werden zu lassen. Forderungen nach mehr Transparenz bei den Lobbykontakten weisen vor allem die Vertreter rechtskonservativer Parteien wie der FDP oder der CDU seit Jahren entschieden zurück.

Trotz aller Einflussnahme bleibt für finanzstarke Interessensvertreter immer noch das Problem, dass nicht jeder Volksvertreter alles mitmachen möchte, was die Lobbyisten fordern. Die Lösung hierfür ist Regulatory Capture.

Die Wikipedia beschreibt das so:

Regulatory capture (deutsch etwa: Vereinnahmung einer Regulierungsbehörde) ist eine Form politischer Korruption, die auftritt, wenn Regulierungsbehörden oder politische Entscheidungsträger zweckentfremdet werden, um den kommerziellen, ideologischen, oder politischen Zielen einer kleinen Interessensgruppe (Lobby) Vorschub zu leisten bzw. diese gegenüber dem Allgemeinwohl zu priorisieren. Regulatory capture stellt eine Form von Staatsversagen dar. Betroffene Behörden werden auch als „vereinnahmte Behörden“ (engl. captured) bezeichnet.

Die aktuelle Folge der Anstalt beleuchtet Regulatory Capture in Deutschland sehr anschaulich am Beispiel der Ministerin Reiche.

Herzlichen Glückwunsch, Deutschland. Die Wähler der CDU haben eine Gaslobbyistin zur Wirtschaftsministerin gemacht. Und einen Versager zum Bundeskanzler.

Hört dein Smartphone mit?

Hast du auch schon mal bemerkt, dass dein Smartphone dir Werbung zu einem Thema angezeigt hat, über das du dich gerade mit deinem Kumpel unterhalten hast? Das bedeutet doch bestimmt, dass dein Smartphone heimlich mithört?

Nein. Tut es nicht.

Das wurde von Forschern untersucht.

We didn’t see any evidence that people’s conversations are being recorded secretly

Also alles nur ganz normale Paranoia?

Nein.

Es ist nämlich viel schlimmer: Die Werbetreibenden müssen dich gar nicht abhören. Die kennen dich so genau, die können sehr gut voraus sagen, wann du dich mit irgendwem über irgendwas unterhältst.

The level of paranoia people feel about their phones is understandable. We have on our persons at almost all times a little device with myriad sensors that can potentially monitor our behavior. The uncanny accuracy of the ads you see, though, almost certainly isn’t the result of the phone literally eavesdropping on you; it’s a combination of good targeting based on the amount of your digital and real world behavior that is captured via apps, along with the fact that you aren’t as unique as you think you are. Advertisers know what you’re talking about because other people like you are talking about the same things and buying the same things.

Hinweis: Der Artikel, aus dem ich zitiere, ist 8 Jahre alt. Und jetzt stellt euch einmal vor, wohin sich der ungebremste Überwachungskapitalismus seit damals entwickelt hat.

Ein neuer Cartoon: Facharbeiter

Den neuen Cartoon gibt es auf tapircartoons.de